Milow im LandesWelle-Interview

Bei ihm reichen die Songtitel aus, um einen Ohrwurm auszulösen: Egal ob "Ayo Technology" oder "Howling at the moon", in den letzten zehn Jahren hat sich Milow einen Ruf in der weltweiten Musikwelt erarbeitet. Der Singer-Songwriter versteht es wie kaum ein anderer Persönliches in Songs zu übersetzen, in denen sich viele Menschen wiederfinden können. Das belegen nicht nur die vielen Preise, die der Belgier schon gewonnen hat, sondern auch die Größe seiner internationalen Fanbase oder ein flüchtiger Blick in die Chart-History. Allein bei Spotify verzeichnen seine Songs inzwischen rund 200 Millionen Streams. Dazu gleich 12 Music Industry Awards in Belgien. Auch in Deutschland bereits drei Top-10-Alben in diesem Jahrzehnt. Ausverkaufte Shows rund um den Globus. Alles binnen gut 10 Jahren, seit er mit dem Europa-Debüt Milow, streng genommen seine dritte Albumveröffentlichung, erstmals die Charts etlicher Länder aufgemischt hat. Schon für dieses Album gab es Platin (in Deutschland zum Beispiel) und Gold, nachdem es sich über 500.000 Mal verkaufen sollte. Auf den Cover-Hit „Ayo Technology“, im Original von 50 Cent und Justin Timberlake, der bei Spotify und YouTube je knapp 70 Millionen Streams/Views verzeichnet, ließ er Anfang des Jahrzehnts gefeierte Alben wie North and South (2011) und Silver Linings (2014) folgen. 

2016 lieferte er mit Modern Heart den erfolgreichen Vorgänger ab, für den er auf namhafte Kreativpartner setzte: Als Producer und Co-Autoren holte Milow damals Größen wie Brian Kennedy, sonst für Hits von Rihanna oder Chris Brown verantwortlich, und James Fauntleroy (Frank Ocean, Bruno Mars) an seine Seite, was seinen Sound komplett ins Hier und Jetzt holte. „Howling At The Moon“ entstand so zum Beispiel, ein massiver Hit bei Spotify & Co. Und jetzt also: "Lean Into Me". Das neue Album, das seit 2016 nach und nach heranreifen sollte... 
Im LandesWelle-Interview hat Milow verraten, worum's geht und welchen Stellenwert Freunde in seinem Leben haben.



Das neue Album „Lean into me“ ist seit 31. Mai draußen. Wie fühlt sich das an?

Sehr, sehr gut! Ich bin natürlich immer auf die Reaktionen gespannt! Wenn ich ein bisschen Zeit habe, lese ich mir die Reaktionen auch durch.
Bei „Sing meinen Song“ haben wir ja viel auf mich und meine Karriere zurückgeschaut. Mit „Lean into me“ fange ich auch musikalisch ein neues Kapitel an. Die Mischung von beidem ist mir sehr wichtig, weil 2019 ist das Jahr, wo meine erste Single genau zehn Jahre her ist. Das war mein Durchbruch hier in Deutschland und Europa.

Übersetzt heißt dein neues Album „Lehn dich an mir an“. Das soll ja auch wie ein guter Freund wirken und auf dem Album geht es auch viel um Freundschaft. Warum gerade darum?

„Lean into me“ entstand ja aus dem Song „Lay your worry down“. Das war einer der ersten Songs, den ich für das Album geschrieben habe. Und da habe ich mir schon gedacht, dass das ein schönes Thema für das ganze Album wäre.
Freundschaft ist ein ganz wichtiges Thema. Ich habe auch musikalische Freunde in das Studio in Kalifornien eingeladen und gefragt: ‚Hey, willst du mitsingen? Willst du mitspielen?‘

Ist das nicht auch schwierig mit Freunden zusammenzuarbeiten?

Das war nicht schwierig. Ich hab so viele schöne Erinnerungen an dieses Album. Ich bin damit auch ein bisschen zu meinen musikalischen Wurzeln zurückgegangen, weil ich mit Leuten zusammengearbeitet habe, mit denen ich ganz am Anfang schon zusammengearbeitet habe. Das hat so viel Spaß gemacht und ich hab mir gedacht: ‚Warum hab ich das nicht schon eher gemacht?!‘
Das muss natürlich auch gut organisiert sein. Ich hab E-Mails geschrieben: ‚Im Sommer bin ich in Los Angeles im Studio. Kannst du vielleicht kommen?‘ Und dann sind sie alle an unterschiedlichen Tagen gekommen.

Du sagst ja, dass Freundschaften dir unglaublich wichtig sind. Wie vereinbarst du das mit deinem stressigen Job?

Das ist immer eine Herausforderung. Ich bin oft sehr lang unterwegs und da ist es schwierig Kontakt zu halten. Das kompensiere ich aber mit Qualität: Im Sommer, wenn ich ein bisschen mehr Zeit habe, versuche ich dann Freunde einzuladen. Das Gute ist aber, dass ich sehr gute Freunde habe, die das auch verstehen, dass es schwierig ist. Sie wissen, dass ich nicht so oft von mir hören lasse, aber ich komme immer wieder zu ihnen zurück.

Ab dem 08. Juni bist du auf großer Tour mit dem neuen Album. Wie ist es für dich, ständig unterwegs zu sein?

Ich versuche das immer gut zu planen: Im Sommer hast du zwischen den Konzerten viel Zeit zwischendurch, um nach Hause zu gehen. Ab dem Oktober bin ich länger auf Tour, vier oder fünf Wochen. Ich liebe das wirklich: Da hast du dann einen Rhythmus. Wichtig ist, viel vor der Tour zu schlafen.
In den letzten Wochen habe ich viel über das neue Album  gesprochen. Jetzt habe ich Lust, das auf der Bühne zu spielen.

Wie findest du denn Thüringen?

Was ich gesehen habe, liebe ich sehr. Auf der Tour kommen wir nicht immer nach Thüringen, das ist natürlich schade. Hoffentlich gibt’s 2020 mehr Konzerttermine – und wir dann vielleicht auch nach Thüringen kommen. Und hoffentlich haben wir dann auch mehr Zeit: Oft ist es so, dass ich am Abend ein Konzert spiele und am nächsten Tag schon abreise.

Was ist denn das Besondere am Thüringer Publikum?

Ganz ehrlich: bei der „Night of the Proms“-Tour gab es eine tolle Rückmeldung in Erfurt. Es war nicht das größte Konzert, aber es war eine sehr warme Atmosphäre und das war etwas Spezielles. Für 2020 steht das auf jeden Fall auf meiner Liste.

Du hast auf deiner Homepage eine Nummer stehen. Da kann man dir schreiben, wenn ich ein Feedback habe. Schreibe ich da wirklich mit MILOW?

Ich versuche, alle Texte zu lesen. Auf Facebook oder Instagram können alle das mitlesen, auf WhatsApp ist es privater. Ich habe nicht immer die Zeit, alles zu beantworten, aber ich versuche, alles zu lesen und auch zu reagieren.

Kommen wir zu „Sing meinen Song“. Wenn andere Künstler da deine Songs singen: Wie ist das für dich?

Das war eine ganz neue Erfahrung und ein sehr tolles Gefühl! Du kannst ein bisschen Abstand von den Studioversionen nehmen. Es war auch eine gute Mischung zwischen ernsten und Gute-Laune-Song, alten und neuen Songs. […] Es waren sehr schöne Erinnerungen und ein unvergesslicher Abend.
Ich hab so viele tolle Reaktionen darauf bekommen. Ich hab das Gefühl, dass das Publikum das auch geliebt hat.

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